Zerrissene Umarmungen

„Muss man sehen“ kulturmovies

Pedro Almodóvars neuer Film lässt sich auf zwei Aspekte reduzieren: seine Liebe zum Film und die atemberaubend inszenierte Penélope Cruz. Beides wird in der Figur Mateo Blancos (Lluís Homar) kanalisiert. Einst Regisseur, aber seit Jahren blind, heißt er nun Harry Caine und wird von seiner alten Freundin Judith (Blanca Portillo) betreut. Bis ein alter Bekannter auftaucht und bei Mateo Erinnerungen an seinen letzten Film hochkommen: Wie er sich in die wunderschöne Hauptdarstellerin Lena (Cruz) verliebte, den Film unvollendet zurückließ und mit ihr vor ihrem Liebhaber floh, wo ein Unfall alles beendete. Almodóvar dirigiert diesen Film Noir wie eine Symphonie: Lena, blond und komisch in Mateos Film, wird zu Lena, verzweifelt und dunkel, in Almódovars Film, immer abwechselnd im perfekten Rhythmus, während im Hintergrund Filmklassiker laufen. Nur eines kommt dabei zu kurz: Die fiesen menschlichen Abgründe, die Almodóvar sonst so trefflich inszeniert. So ist „Zerrissene Umarmungen” nicht sein bester Film geworden — nur sein anmutigster. (kat)

Zerrissene Umarmungen (Poster)