Yuli

Filminhalt

Carlos ist ein undiszipliniertes Kind, das alles, was es über das Leben weiß, auf den Straßen Havannas gelernt hat. Doch sein Vater Pedro – selbst Sohn einer Mutter, die noch als Sklavin in den kubanischen Zuckerrohrplantagen ausgebeutet wurde – erkennt das außergewöhnliche Talent seines Sohnes, den er nach dem Sohn eines afrikanischen Kriegsgottes nur Yuli nennt: Er kann tanzen wie kein zweiter. Gegen dessen Willen schickt er ihn auf die staatliche Ballettschule und sorgt mit harter Hand dafür, dass Yuli seine Ausbildung beendet. Yuli wird bald zu einem der besten Tänzer seiner Generation, feiert internationale Erfolge und ist der erste dunkelhäutige Romeo am Royal Opera House in London. Doch trotz des Ruhms zehrt das Heimweh an ihm, die Sehnsucht nach Freunden und Familie. Als er nach einer schweren Verletzung mit dem Tanzen pausieren muss, geht er zurück nach Kuba. Nach all den Jahren der Entbehrung und Einsamkeit lebt Yuli hier erstmals seinen schier unstillbaren Hunger nach Leben aus – und setzt damit seine Karriere aufs Spiel. Er muss sich entscheiden ob seine eigene Liebe zum Tanz ausreicht um den Weg weiterzugehen, den sein Vater ihm vorherbestimmt hat. (Quelle: Verleih)

Filmkritik

Eine Konvention des Ballett-Biopics lautet: Ein junger Mensch wächst in einer alles andere als tanznahen Umgebung auf (Bergarbeiter! Almbauern! Kleinkriminelle!), muss sich gegen Vorbehalte durchsetzen, übersteht Rückschläge, lebt aber am Ende seinen Traum und wird ein erfolgreicher Tänzer. Icíar Bollaíns „Yuli“, die Filmbiografie des kubanischen Startänzers Carlos Acosta, bildet eine Ausnahme: Der junge Carlos wächst zwar in prekären Verhältnissen auf, sein Vater erkennt allerdings Carlos’ Talent und meldet ihn bei der Ballettakademie an. Bloß: 0Carlos interessiert sich überhaupt nicht für Ballett und verweigert sich der Ausbildung, wo er nur kann. Der zentrale Konflikt ist ein innerer, kein äußerer – das erfindet das Biopicgenre nicht neu, bildet aber eine hübsche Variation des schon oft Gesehenen. Darüber hinaus arbeitet Bollaín die Stationen von Acostas Leben ab, den Angry Young Man, den Bekehrten, der in „Romeo und Julia“ die Titelrolle tanzt, schließlich den zeitgenössischen Künstler, der den Tanz als heutige Kunst neu entdeckt. Das ist unterhaltsam gefilmt, nicht zuletzt mit Sympathie für die Tanzkunst, die Ballett nicht nur als Schauwert versteht, sondern als etwas, an dem man sich abarbeiten muss. Was auch damit zusammenhängt, dass der heute 45-jährige Acosta sich hier selbst als gereiften Künstler spielt und tanzt. fis 

Filmbilder

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Yuli (Poster)

Regie Icíar Bollaín

Darsteller Carlos Acosta, Cesar Dominguez

Entstehungsjahr 2017

Land Spanien

Filmstart 17.01.2019

Website http://yuli-der-film.de/

Genres Drama