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Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein | Kritik

Ziemlich altklug dieser Junge. Was der zwölfjährige Paul Silberstein da in feinziselierter Sprache aus dem Off spricht, beziehungsweise mit „Wassertinte“ in sein „Gedankenbuch“ schreibt, ist dann doch erkennbar von André Heller: „Werde nicht wie alle, die du nicht sein willst.“ Frei nach der gleichnamigen Erzählung des österreichischen Kulturimpressarios hat Regisseur Rupert Henning ein überbordendes, allerdings auch überlanges Coming-of-Age-Drama aus dem Wiener Großbürgertum der späten 50er-Jahre gestemmt. Der Vater, ein jüdischer Fabrikant und Haustyrann (Karl Markovics), hat den jüngsten Spross der Familie der sadistischen Erziehung in einem Jesuiteninternat ausgeliefert. Paul aber lässt sich seine Merkwürdigkeit keineswegs austreiben, sondern zelebriert sie vielmehr und imaginiert sich auch mal als Zirkusdirektor, Napoleon und Zauberkünstler. Henning hat keine Kosten und Mühen gescheut, um selbst kleinste Rollen mit großen Darstellern zu besetzen und aus dem herrschaftlichen Ambiente opulente Bilder zu schaffen. Doch es fehlt dem Film eine entschiedene Haltung; er schwankt zwischen Schelmenporträt und Familienepos, um zuletzt in eine varietéhafte Traumwelt zu entschweben. ascho

Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein | Fotos

  • Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein (Filmbild 4)
  • Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein (Filmbild 2)
  • Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein (Filmbild 3)
  • Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein (Filmbild 5)

Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein | Besetzung

Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein (Poster)