Wie die Mutter, so die Tochter

„Kann man sehen“ kulturmovies

Für angehende Drehbuchautoren ist dieser Film ein wunderbares Anschauungsobjekt: Zwar ist jeder Gag ein Rohrkrepierer, dafür treten die verkrampften Bemühungen um originelle Wendungen deutlich zutage. Die Ausgangssituation ist dabei gar nicht mal so unkomisch: Mutter und Tochter werden zeitgleich schwanger. Um diesen Plot zuzuspitzen, spielt Juliette Binoche eine spätpubertäre, lebensuntüchtige Spätvierzigerin, die sich bei ihrer gutbürgerlichen Tochter (Camille Cottin) eingenistet hat. Abgesehen davon, dass die beiden Darstellerinnen schon wegen des geringen Altersunterschied in ihren Rollen recht unglaubwürdig sind, Binoche ist 53, Cottin 38 – Filmemacherin Saglo reitet auf den Gegensätzen so lange herum, dass irgendwann keine der beiden Hauptfiguren mehr unsere Sympathien weckt. Die eingesetzten Splitscreen-Bilder vermögen Dynamik allenfalls vorzutäuschen und nur, weil Binoche in einem rosa Vespa durch Paris rollt, macht sie das noch nicht zur Rockerin. Während sich die eigentliche Story vorhersehbar dahinschleppt, sollen vermeintlich skurrile Nebenpersonen für Pointen sorgen. Wer es lustig findet, wenn Männer bei der Schwangerschaftsgymnastik unter Wasser mit der Vagina ihrer Frauen reden oder ein schwuler Gynäkologen eine Halskette aus getrockneten Ziegenhoden trägt, der kommt hier auf seine Kosten. ascho

Wie die Mutter, so die Tochter (Poster)