Wickie und die starken Männer

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Diese kleine Rotznase, Wickie gerufen, den fand ich als Zeichentrickfigur pfiffig. Bully Herbig jedoch stutzt den rothaarigen Wikingerjungen in seiner Realverfilmung zum lästigen Kinderhelden zurecht. Er reibt sich das Näschen und löst Problemchen. Die waren bisweilen sogar gesellschaftlich relevant, aber Probleme sind nicht Herbigs Sachgebiet; seine Filme sind Kindergeburtstage. Die Mär von Wickie dient ihm als Vorwand für eine Serie piefiger Gags: Wenn die Wikinger vom Raubzug heimkehren, präsentieren sie ihre Beute – unter anderem die sogenannte Meisterschale des Deutschen Fußballbunds – wie Nachwuchsmodels ihr Lächeln, sie balgen sich wie Kinder und reden wie Schmalspurkomödianten. Da kann man ablachen oder auch nur bei jeder zehnten Pointe lächeln. Könnte auch Schultheater sein – es ist Unterhaltung für Kinder und solche, die „Lara Croft – Tomb Raider“ gucken und sich erregt über das „Dschungelcamp“ austauschen. Wird wohl ein Kassenknüller werden, klar wie Kloßbrühe. (jan)

Wickie und die starken Männer (Poster)