Wenn Liebe so einfach wäre

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Wenn Liebe so einfach wäre, würden die Leute nicht so viele Filme über sie drehen. In diesem kompliziert allein schon das fortgeschrittene Alter der Liebenden die Sache. Jane (Meryl Streep) und Jake (Alec Baldwin) waren einst ein Paar, dann hat Jake seine Frau für eine Jüngere verlassen. Nach einem alkoholseligen Wiedersehen landen die beiden zusammen im Bett. „Home, sweet home“ sagt der graumelierte Womanizer und greift seiner Ex zwischen die Beine. In solch schlüpfrigen Szenen funktioniert die romantische Komödie von Genrespezi Nancy Meyers („Was das Herz begehrt“) hervorragend. Gut getimte Witze über Botoxspritzen, Prostataerkrankungen und demütigende Besuche in der Fruchtbarkeitsklinik illustrieren die Schwierigkeiten einer Liebe kurz vor dem Seniorenalter. Doch spätestens, als auch der Innenarchitekt Adam (Steve Martin) um Jane buhlt, schwelgt der Film zunehmend in Weichzeichnerbildern und Melodramatik. Die erwachsenen Kinder von Jane und Jake haben die Scheidung bestens überstanden, das Wiedersehen der Eltern aber stürzt die Familie in überzogene Seelenqualen, die bloße Behauptung bleiben. Wenn es nur so einfach wäre, den richtigen Ton zu treffen … (arm)

Wenn Liebe so einfach wäre (Poster)