Welcome to Norway

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Dass er ein Problem mit Ausländern hat, zumal wenn sie dunkelhäufig sind, daraus macht Primus (Anders Baasmo Christiansen) kein Geheimnis. Aber sein Hotel ist pleite, als Flüchtlingsheim bekäme es staatliche Subventionen, und die Pfändung wäre abgewendet. Und schon ziehen 50 Flüchtlinge in die heruntergekommene Herberge im verschneiten Nirgendwo der schwedisch-norwegischen Grenze. Regisseur Denstad legt in dieser schwarzhumorigen Komödie anfangs ein ordentliches Tempo vor. Sunniten wollen nicht mit Schiiten ein Zimmer teilen, Kopten nicht mit syrischen Christen. Wie gut, dass einer der Flüchtlinge (Olivier Mukuta) nicht nur vielsprachig, sondern auch ein geschickter Verhandlungspartner ist. Primus kollidiert dabei immer öfter mit den Anforderungen der Ausländerbehörde, seiner engagierten und menschenfreundlichen Tochter und nicht zuletzt mit seinen Gästen. Spätestens, als diese mit Transparenten gegen den „Gulag“ und das „Guantanamo“ ihres diktatorischen Heimleiters protestieren, beginnt die innere Wandlung des Hotelbesitzers. Je mehr er seine Gäste und ihre Geschichten kennenlernt, desto mehr stellt er seine Vorurteile infrage. Und so ist „Welcome to Norway“ ein Plädoyer für eine bessere norwegische Willkommenskultur und ein offenes Miteinander. (ascho)

Welcome to Norway (Poster)