Weil ich ein Mädchen bin

„Kann man sehen“ kulturmovies

Man fragt sich bei diesem Coming-Out-Streifen allen Ernstes, welcher fiese Virus in die Gehirnwindungen von Regisseur Jamie Babbit eingedrungen ist und dort die Intelligenz-Transmitter lahmgelegt hat. Denn offenbar lässt sich die amerikanische Gesellschaft von nichts mehr aus der Fassung bringen als von Homosexuellen. Deren Verhalten wird im Film moralisch geächtet und hilft das nicht, dann ab ins Rehabilitationscamp, in dem Schwule und Lesben einer absurden Umerziehung unterzogen werden. Wenn dann noch Werte und Vorurteile untrennbar verknüpft und Erziehungsmethoden zum Thema werden, fühlt man sich vollends an frühere Prohibitionszeiten erinnert. Aber wirklich anstößig ist dieser Film, indem er ständig üble Vorurteile bestätigt, indem er dem Zuschauer kitschige Bilder und schlechte Musik am laufenden Band zumutet. Diese Teeniekomödie ist ein Machwerk, das alle Register eines B-Filmes zieht, klischeehaft und oberflächlich, platt überzeichnet – eine Zumutung im schlechtesten Sinn. (jsp)

Weil ich ein Mädchen bin (Poster)