We want Sex

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Hier geht es nicht um das Einfordern von Beischlaf. Es geht um sex equality, geschlechtliche Gleichstellung, die 187 Näherinnen des englischen Ford-Werkes Dagenham 1968 einforderten. Der irreführende deutsche Titel ergibt sich aus einem nicht ganz ausgerollten Banner. Gleiche Löhne wie Männer – das wollen Rita (Sally Hawkins) und ihre Kolleginnen. Dafür streiken sie, bringen die Gewerkschaft und ihre Kerle gegen sich auf, die im selben Werk arbeiten und deren Fließbänder stillstehen. Orangene Kleider, Beehives und Polyester, farbige Lidschatten: Wenn Rita und Co. aus ihren Sozialwohnungen direkt hinter den qualmenden Schornsteinen der Autofabrik ins Vorzimmer der Arbeitsministerin ziehen, hat die Austattungsabteilung ganze Arbeit geleistet. Erzählerisch folgt Regisseur Nigel Cole (“Kalender Girs“) einem klassischen Muster: Erweckung-Erfolge-Rückschläge-Krise-Kampf-Sieg. Nach dem umjubelten Happyend verkündet der Film stolz, dass die Ford-Frauen die Lohngleichstellung bekamen. Ein Scheinsieg – heutzutage kriegen Frauen im Durchschnitt immer noch um die 20 Prozent weniger Gehalt als Männer. (vs)

We want Sex (Poster)