Was uns nicht umbringt

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Immer wieder kommen sie in das holzgetäfelte Behandlungszimmer mit der speckigen Ledercouch: der Pilot mit Flugangst, der Bestattungsunternehmer mit der hypochondrischen Schwester, die Spielsüchtige, die nicht aus ihrer unglücklichen Beziehung findet. Sie alle suchen Hilfe bei Therapeut Max (August Zirner) – doch der hat mit seinen eigenen Problemen eigentlich schon genug zu tun … Sandra Nettelbeck („Bella Martha“) versammelt eine ganze Reihe absurd-tragischer Figuren und erkundet deren komplexe Verhältnisse zueinander und zu sich selbst. Nach und nach offenbart sich ein Beziehungsgeflecht, bei der sich alle Charaktere mit der Frage auseinandersetzen müssen: Was bedeutet es wirklich, einsam zu sein? Eine dunkle, aber nicht düstere Tragikomödie, die bei viel Situationskomik immer Empathie für ihre Figuren bewahrt und auch in ihrer Bildsprache Licht und Schatten gekonnt ausbalanciert. Nur zum Ende hin wird es etwas klischeehaft: Dass auch noch ein Drogenabsturz und eine ungewollte Schwangerschaft ins Spiel kommen und der Pilot bei einer dramatischen Bach-Suite klagt, dass er doch „einfach nur wieder fliegen“ will – das ist dann doch etwas zu viel des Guten. mm

Was uns nicht umbringt (Poster)