(T)Raumschiff Surprise – Periode 1

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Da die meisten Komödien ihre besten Gags in den Trailern verheizen, war nach den eher lahmen Werbefilmchen fürs „T(R)aumschiff“ Langeweile zu befürchten. Auch dass die Presse den fertigen Film erst am Premierentag gezeigt bekam, wäre normalerweise ein böses Zeichen. Nicht bei Bully: Die Leinwandversion seiner parodistischen „Raumschiff-Enterprise“ TV-Sketchreihe ist genau jene überspannte Travestie, die man sich als Nachfolger von „Der Schuh des Manitu“ erträumen durfte. In bester Blockbuster-Tradition reisen Vulcanette Spucky, Käpt’n Kork und Co. in die Vergangenheiten, um die Invasion der Marsianer zu verhindern. Dabei zitiert die Herbig-Familie sich geschickt nicht nur selbst. Sie leihen dort was bei Loriot, verballhornen hier „Minority Report“, huldigen die Monty Pythons, klauen mit diebischer Freude bei „Star Wars“ und „Austin Powers“. Wenn die Nummernrevue mal durchhängt, betreibt beträchtlicher Trick-Aufwand dramaturgische Augenwischerei – aber wer hätte gedacht, dass die Münchener Rechner sich hinter George Lucas nicht verstecken müssen? Den Erfolg schmälern könnte höchstens, wenn sich drei Abahachis auf einmal für den gemeinen Multiplexgast als leichte Überforderung erweisen sollten. (rk)