The Wild Boys

„Muss man sehen“ kulturmovies

Anfang des 20. Jahrhunderts: Eine wohlhabende Jungsclique will ihre Langeweile mit okkulten Ritualen vertreiben – doch ihre Spiele nehmen immer extremere Formen an, bis die Gruppe schließlich ein furchtbares Verbrechen begeht und zur Strafe auf ein klappriges Schiff geschickt wird, wo sie wieder Disziplin lernen soll. Doch auch der strengen Hand des Kapitäns wollen sie sich nicht unterwerfen, und so meutern die fünf Teenager – bis ein Unwetter sie auf eine mysteriöse Tropeninsel führt, deren fremdartige Flora noch lange nicht das seltsamste ist: Eine übernatürliche Kraft scheint hier am Werk, und sie beginnt die Jungs zu verändern – innerlich und äußerlich.

„The wild Boys“ wuchert um sich wie bizarre Pflanzen

Schon die weibliche Besetzung der männlichen Protagonisten gibt einen Hinweis darauf, dass der französische Experimentalfilmer Bertrand Mandico mit seinem Langfilmdebüt mehr im Sinn hat als eine konventionelle Robinsonade: Bald wuchert „The wild Boys“ so entfesselt um sich wie die bizarren Pflanzen, von denen die Insel bevölkert ist. Mandico wechselt spielerisch zwischen Farben und Formaten, und wenn er Geschlechterrollen gleich auf mehreren Ebenen transzendiert und auflöst, dann weist er damit auch seinen Protagonisten einen Weg aus ihrem Gefängnis der toxischen Männlichkeit. Es gibt nur wenige Filme, über die man sagen kann, sie seien wie kein zweiter – auf diesen trifft es zu: eine schwarzmagische, sexuell aufgeladene Gender-Bender-Variante von „Herr der Fliegen“, wild und wundersam. msb

The Wild Boys (Poster)