The Transporter

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Tritt mir in die Augen, Kleiner: Ex-Soldat Frank (viele Muckibudenbesuche: Jason Statham) ist Kurierfahrer. Er transportiert Bankräuber oder Ware gegen Geld von einem Ort zum anderen, ohne Fragen, ohne Quittung, ohne das Paket zu öffnen. Als er die letzte Regel bricht, hat er ruckzuck eine nervige Asiatin und die geballte Gangsterschaft der französischen Südküste am Auspuff. Der Rest ist Kloppe … Statham („Snatch“) gibt sich wie Bruce Willis, der zu viele Jackie-Chan-Filme gesehen hat. Grimmigkeit trifft Gelenkigkeit trifft gegnerische Gelenke. „Transporter“ ist die filmische Entsprechung einer van-Damme-Biografie. Folglich sind Story und Dialoge so hohl, dass ein leerer Öltank dagegen überfüllt wirkt. Im völligen Kontrast dazu steht der Ideenreichtum der Baller- und Kampfszenen. Kahlschädel Statham prügelt die Schergen mit allen erdenklichen Hilfsmitteln: Haus- und Containertüren, Fahrradpedalen, Kreuzschlüssel, Langarmshirts. Das macht Spaß – wenn man viel Testosteron im Blut hat und im Stehen pinkelt. Ein Männerfilm also, der die Ambivalenz des maskulinen Geschlechts kongenial als Existenzberechtigung adaptiert: Meist dumm, selten originell, aber ganz ohne geht’s auch nicht. (vs)

The Transporter (Poster)