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The Lady – Ein geteiltes Herz (2011)

The Lady - Ein geteiltes Herz (Poster)

Bewertung

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Filminhalt

Ihr Vater wurde in den 1940er Jahren zum „Märtyrer“ der burmesischen Demokratiebewegung. Als sich Aung San Suu Kyi 1988 in die Politik drängen lässt, scheut das Militärregime (auf Anraten einer Wahrsagerin!) davor zurück, sie ebenfalls zu töten – zu groß die Furcht, auch sie könne zur Märtyrerin werden. Stattdessen stellt man sie in Burma unter Hausarrest, 15 Jahre lang. Derweil sitzt ihr Mann, der Uniprofessor Michael (aufopferungsvoll zerzaust: David Thewlis), mit den Söhnen in Oxford und organisiert den Friedensnobelpreis, ehe er 1998 an Krebs stirbt. Die Triebkräfte des Politischen bricht Regisseur Luc Besson mit seinem Biopic konsequent herunter auf ein privates Drama. Eine aus Hollywoodsicht nachvollziehbare, die Kompliziertheit politischer Historie aber erleichtert meidende Vorgehensweise.

„The Lady“ ist zu schön, um wirklich wahr zu sein

Dass Suu Kyi mehrfach bei der Lektüre einer Gandhi-Biografie zu sehen ist, zeigt schon, dass Besson mit diesem schöngefärbten Porträt einer unverbrüchlichen Liebe gerne so viele Oscars bekäme wie „Gandhi“-Regisseur Richard Attenborough. Auch Bessons „Lady“, von der verblüffend ähnlichen Michelle Yeoh mit zorniger Sanftmut verkörpert, ist – wie Ben Kingsleys Gandhi – gleichsam heilig. Ihre Liebe, ihr Beharrungsvermögen, ihr Mut, ihre Integrität: Selbst wenn all das wahr wäre, so präsentiert es uns Besson doch viel zu schön, um wirklich wahr zu sein. Über die unselige Geschichte der Diktatur in Burma erfährt man dabei nichts. Und geradezu ärgerlich sind Casting und Schauspielführung. Normalerweise spiegelt sich nur in Trashfilmen der Charakter in der Physiognomie. Bei Besson allerdings auch: Seine Bösewichter haben stets die schlechteren Zähne. (mw)

  • The Lady - Ein geteiltes Herz (Filmbild 2)
  • The Lady - Ein geteiltes Herz (Filmbild 3)
  • The Lady - Ein geteiltes Herz (Filmbild 4)
  • The Lady - Ein geteiltes Herz (Filmbild 5)