The First Avenger: Civil War

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Wann wurde ein deutscher Flughafen im Film schon mal so schön zerlegt? Der dritte Captain-America-Film aus dem Marvel-Universum ist eine rasante Hetzjagd um den Globus, bei der – im wörtlichen Sinne – laufend Grundwerte verhandelt oder eben auch ausgefochten werde, wie dann eben auf der Rollbahn des Airports von Leipzig/Halle, bei einer Art Abriss Ost. Hier treffen die Mitglieder der in zwei verfeindete Lager gespaltenen Superheldentruppe der Avengers aufeinander. Grund: Iron Man entdeckt unter seinem Panzer sein Herz für die vielen zivilen Opfer der Gefechte mit Superheldengegnern und will sich und seine Kollegen unter Oberaufsicht der UN stellen. Der freiheitsliebende Captain America möchte unabhängig von undurchsichtigen Politikeragendas operieren und will auch seinen alten Kumpel Winter Soldier rehabilitieren – schon gibt es handfesten Zoff zwischen den Supermännern. Denn zwischen Kontrolle und Autarkie, Verantwortungsbewusstsein und Kollateralschadenakzeptanz gibt es scheinbar keine Kompromisslinie …

„The First Avenger“ wird zum Clash der Megabegabten

Joe und Anthony Russo, auch beim eindrucksvollen Vorgängerfilm federführend, führen souverän die Zügel bei diesem Clash der Megabegabten, dessen Action im Wesentlichen aus dynamischen Sprints und grimmigen Zweikämpfen besteht, die mit allen Mitteln der Kampfkunst ausgefochten werden. Es gibt neue Figuren (Black Panther), geschwätzige Überraschungsgäste (Ant-Man, Spider-Man) bei der Haudrauf-Mediation und, auch überraschend, Daniel Brühl als Bösewicht. Am Ende wird es aber einen Kompromiss geben (müssen) – Leipzig haben die Weltretter da längst vergessen. Den Schaden übernimmt wieder mal der deutsche Steuerzahler, der noch froh sein darf, dass der Wutknubel Hulk diesmal nicht dabei ist. Das wäre richtig teuer geworden. vs

The First Avenger: Civil War (Poster)