The Day After Tomorrow

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Gerade erst haben wir akzeptieren müssen, dass jeder verwaiste Reisekoffer eine tödliche Bedrohung sein kann. Durch „The Day after tomorrow“ wird jetzt auch noch jeder größere Wolkenhaufen zum Menetekel: Globale Erwärmung, Pole schmelzen, Wetterchaos, New York unter Wasser, Eiszeit, Apokalypse. Mittendrin Sam Hall (Gyllenhaal), Sohn des einzigen Meteorologen (Quaid), der die Katastrophe seit Jahren vorausgesagt hat. Mit diesem Wissen ausgestattet, versucht er eine kleine Schar Überlebender durchzubringen. Ein bisschen erste Liebe unter jungen Leuten, ein Vater-Sohn-Konflikt und ein paar subversive politische Kommentare bilden das solide und erträglich kitschige Story-Fundament, auf dem Emmerich seine Visionen der zu Eis erstarrenden Nordhalbkugel baut. Wenn ein ganzes Twister-Rudel Los Angeles. zerfetzt und ein Ozeanriese durch Wolkenkratzerschluchten zieht, platzt die Leinwand. Die perfekte, gemäldehafte Künstlichkeit der computergenerierten Bilder lenkt den Fokus auf die Figuren – statt die Qualität der Effekte zu hinterfragen, komzentriert man sich ganz auf die emotionalen Entwicklungen, vor allem auf die von „Donnie Darko“ Gyllenhaal. Viel besser hätte man diesen höchst funktionalen Film nicht machen können. (rk)

The Day After Tomorrow (Poster)