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The Card Counter

„Sollte man sehen“ kulturmovies

The Card Counter | Trailer

The Card Counter | Kritik

William Tell (Oscar Isaac) verfügt über das perfekte Pokerface, das ist dem Profispieler nicht nur beim Blackjack und am Pokertisch nützlich, sondern hilft ihm auch, jegliche Emotionen zu kaschieren. Tell schleppt im Film The Card Counter ein tiefes Trauma mit sich herum: Als junger Soldat im Irakkrieg gehörte er zu denen, die im amerikanischen Foltergefängnis Abu Ghraib mit Hand anlegten – und war einer der wenigen, die dafür angeklagt und verurteilt wurden.

Nach acht Jahren Militärknast ist William Tell eine emotional gehemmte, von Tics und Zwangshandlungen beherrschte Schattengestalt. Er zieht einsam durch die Casinos der Ostküste – bis er auf den jungen Mann Cirk (Tye Sheridan) trifft, den Sohn eines seine früheren Kameraden, der vor lauter Schuldgefühlen Selbstmord beging. Cirk will sich an John Gordo rächen, dem früheren Vorgesetzten von Tell und seinem Vater, und ihm genau das antun, was seinerzeit die irakischen Häftlinge erleiden mussten. Tell versucht Cirk von diesem irren Plan abzubringen – doch irgendwann kann er sich der Spirale der Gewalt nicht länger entziehen …

Regisseur Paul Schrader, Kino-Legende nicht zuletzt als Drehbuchautor von „Taxi Driver“ und „Wie ein wilder Stier“, beschwört in The Card Counter gemeinsam mit seinem Stamm-Kameramann Alexander Dynan die grell beleuchtete Kunstwelt von Casinos und Motels und das apokalyptische Chaos in Abu Ghraib herauf, doch die starken Bilder können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Story viel Leerlauf produziert und das, was schockieren soll, wie aufgesetzte Effekthascherei wirkt. rr

The Card Counter | Fotos

  • The Card Counter (Filmbild 2)
  • The Card Counter (Filmbild 3)
  • The Card Counter (Filmbild 5)
  • The Card Counter (Filmbild 4)

The Card Counter | Besetzung

The Card Counter (Poster)