Ted

„Kann man sehen“ kulturmovies

Manchild, so nennt man erwachsene Männer, die emotional auch mit Mitte 30 noch unreif und teeniehaft sind. Dieser Typ Kerl beherrscht zurzeit die US-Komödien von „Beim ersten Mal“ bis „Hangover“ und ist auch Protagonist von Seth MacFarlanes (TV-Serie „Family Guy“) Kinoregiedebüt. Jack (Wahlberg) hatte sich als Kind gewünscht, dass sein Teddy lebendig und für ewig sein bester Kumpel wird. Zack – passiert! 25 Jahre später hängt Jack kiffend und „Flash Gordon“ guckend mit dem sexuell aktiven (obwohl penislosen) Flauschbär Ted vor der Glotze ab. Bis seine Freundin verlangt: Der Bär, der ewige Junge im Mann, muss weg … Diese charmante Ausgangslage, die viel über moderne Peter Pans und die Untiefen der Adoleszenz sagen könnte, nutzt MacFarlane nur für vulgäre Flüche, homophobe Kommentare und ethnische Stereotypen. Am Ende steht eine Aussage, die genauso konservativ ist wie die Dramaturgie des Films: Frauen, die bei MacFarlane eh nur geiles Babe oder Männerdresseurin sind, kriegen ihren Kerl nur vor den Traualtar, wenn sie ihn als ewiges manchild akzeptieren. (vs)

Ted (Poster)