Sommer 85

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Ein Teenager verliebt sich in einem fiebrigen Sommer in den 80er-Jahren in einen älteren jungen Mann: Bei „Sommer 85“ erinnert nicht nur das Poster an „Call me by your Name“. Doch die Alterslücke zwischen Alex (Félix Lefebvre) und David (Benjamin Viosin) beträgt hier zum Glück nur zwei Jahre, und schon in der ersten Szene wird klar, dass es hier einige Unterschiede zu Luca Guadagninos Drama gibt. Da teilt uns Alex nämlich per Voice-over mit, dass David in der Gegenwart bereits tot ist.

In Flashbacks erzählt er uns von der stürmischen Romanze an der Normandieküste, in der erfrischenderweise Homophobie oder Vorurteile nie Teil des Problems sind – stattdessen klassische Liebestöter wie Untreue, Eifersucht und Langeweile. François Ozon kann man durchaus als Altmeister bezeichnen; hier hält sich der Regisseur eher zurück, verzichtet auf visuellen Bombast und lässt der unglücklichen Liebesgeschichte den Raum, den sie in Alex’ Kopf einnimmt. Auf dem Soundtrack tummeln sich The Cure und Rod Stewart: Da wird man auch nostalgisch, wenn man die 80er noch gar nicht erlebt hat. mj

Sommer 85 (Poster)