Shine a Light

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Die Stones und Scorsese – da leuchtet doch das Herz. Man denkt an die Dylan-Doku „No Direction Home“. Aber „Shine a light“, kombiniert aus zwei mit 16 Kameras gefilmten Konzerten der „Bigger Bang“-Tour, steht eher in der Tradition von „The Last Waltz“ mit dem Scorsese 1978 das Abschiedskonzert von The Band festhielt. Damals feierte eine Ära Abschied, heute feiern die Stones sich nur selbst. In beiden Fällen erwacht die Leinwand zum Leben, wenn Gaststars das routinierte Muckertum aus den Fugen bringen, man Zeuge einmaliger Momente wird. Die Crux: „The Last Waltz“ hatte zwölf Gaststars, „Shine a light“ nur Jack White, Christina Aguilera und Buddy Guy. Mit letzterem entwickeln sich in einer alten Muddy-Waters-Nummer Gitarrenduelle: Der Schnitt pausiert, die Kamera verharrt auf Guys schwitzendem Gesicht, die Sekunden dehnen sich, bis er grinst und der Blues abhebt. Großartig. Der Rest ist Kunsthandwerk auf höchstem Niveau. Einen Extrapunkt gibt es nur für den unglaublich transparenten Sound, der jeden der Stones eindeutig identifizierbar und den Film zumindest für neugierige Rockmusiker zum erkenntnisreichen Studienobjekt macht. (rk)

Shine a Light (Poster)