Rivale

„Muss man sehen“ kulturmovies

Rivale | Kritik

Auch wenn es zunächst so scheint: Rivale ist nur am Rande ein Film, der das Leben der in Deutschland illegal lebenden, ständig von Entdeckung und Abschiebung bedrohten Hauspflegekräfte beleuchtet. Als die Großmutter stirbt, muss Oksana (Maria Bruni) ihren neunjährigen Sohn aus ihrem ukrainischen Dorf zu sich nach Deutschland holen. Ihr Arbeitgeber, der Rentner Gerd (Udo Samel), nimmt ihn mit auf. Roman, der die deutsche Sprache versteht, ist überfordert, sieht in Gerd einen Rivalen. Er reagiert aggressiv und mit unberechenbaren Wutausbrüchen. Marcus Lenz lässt die Zuschauer:innen lange im Unklaren, wohin diese Reise geht. Die bedrohliche Musik, vor allem aber die vielen surreal-poetischen Bilder schaffen eine zwischen Horror und Alltagsidylle oszillierende Atmosphäre. Zudem verbreitet Yelizar Nazarenko (eine echte Entdeckung) seinem intensiven Spiel eine verstörende, ja beängstigende Energie. Die kindliche Überforderung, jahrelange Vernachlässigung, Eifersucht – all das fügt sich zu einem Psychogramm, das einen geradezu hypnotischen Sog erzeugt. Ein Film von wahrer existentieller Wucht, der die Genregrenzen sprengt und mit immer neuen Wendungen überrascht. (ascho)

Rivale | Fotos

Rivale | Besetzung

Rivale (Poster)

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