Nobody

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Nobody | Kritik

Für Actionfans ist mit „Nobody“ ein Traum wahrgeworden: Es ist die erste Kollaboration zwischen zwei modernen Ikonen des Genres. Regisseur Ilja Naischullers „Hardcore“, als eine lange Sequenz aus der Ego-Perspektive gedreht, hat 2015 mit seinen durchgeknallten Stunts für Aufsehen gesorgt. Drehbuchautor Derek Kolstad wiederum ist der Schöpfer von John Wick, dem von Keanu Reeves gespielten Killer im Ruhestand, der aus Rache wieder ins Business zurückkehrt. Auch in „Nobody“ findet sich mehr als ein Tropfen der erfolgreichen Formel: Wie John Wick ist Hutch Mansell (Bob Odenkirk) ein ehemaliger Profikiller, der durch Zufall zur alten Karriere zurückfindet. Nur wird er eben nicht von Reeves, sondern vom ehemaligen Comedian Odenkirk („Mr. Show“, „Better call Saul“) gespielt, was dem Film von Anfang an einen anderen Schlag mitgibt. Sein Umfeld hält Hutch für einen Schlappschwanz, sogar zwei Einbrecher*innen lässt er nachts entkommen – sehr zum Unmut seines Sohnes. Doch die Passivität des Vorstadtvaters ist keine Feigheit, sondern nur eine Fassade für die brutalen Instinkte im Inneren. Es dauert nicht lange, und Hutch lässt seinem Gewalttrieb freien Lauf, indem er sich mit der russischen Mafia anlegt. Ab da lässt Naischuller nicht mehr locker. Perfekt choreografierte Schießereien, Autoverfolgungsjagden, eine blutige Schlägerei in einem Bus bringen das Adrenalin zum Pumpen, doch dank Odenkirk und seinem skurrilen Gegenspieler Yulian (Alexej Serebrjakow) kommt auch der schwarze Humor nicht zu kurz. Das rettet „Nobody“ davor, zur tumben Gewaltorgie zu verkommen: Eine Welt, in der Bob Odenkirk ein Actionheld ist, nimmt sich selbst nicht allzu ernst. mj

Nobody | Fotos

Nobody | Besetzung

Nobody (Poster)

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