Mystic River

„Muss man sehen“ kulturmovies

25 Jahre nach einem tragischen Verbrechen kreuzen sich die Wege der Jugendfreunde Jimmy (Penn), Dave (Robbins) und Sean (Bacon) erneut. Jimmys Tochter Katie wurde ermordet. Sean, der zuständige Ermittler, ist geschockt: Der Hauptverdächtige ist Dave … Eastwood erzählt die Geschichte mit Gelassenheit und Geduld. So dauert es Minuten, bis Penn endlich eine Träne aus dem Gesicht des verzweifelten Vaters presst. Ein Sinnbild für die in ihrer Langsamkeit fast sture Erzählweise ist Seans Frau, die ihren Mann mehrmals täglich anruft, ohne aber ein Wort mit ihm zu sprechen. Wie ein Vorleser, der jedes Wort auf der richtigen Silbe betonen will, ist Eastwood stellenweise etwas bemüht, und wie jeder gute Erzähler schießt er manchmal über sein Ziel hinaus. Aber während sich das Puzzle des Verbrechens Stück für Stück zusammenfügt, erscheint auch das Tempo des Films in einem anderen Licht: als Kunstform. Den Ausnahmeschauspielern, die hier versammelt sind, tut so viel Leinwandzeit gut. Jeder der drei Hauptakteure drückt dem Film seinen Stempel auf, versetzt den Zuschauer in seine Perspektive. Dadurch wird aus einem kniffligen Krimi ein vielschichtiges Drama um Freundschaft, Schuld und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Schicksal. (fs)

Mystic River (Poster)