Muxmäuschenstill

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Ein Mann läuft Amok. Er stößt Gassigeher in die Scheiße ihrer Köter, zwingt Wäschediebe zum Striptease in der Umkleidekabine. Er demütigt seine unmoralischen Mitmenschen und lässt sich dabei mit der Videokamera filmen. Sein Name ist Mux, und die sinkende Rückfallquote seiner „Opfer“ scheint ihm Recht zu geben. Als er sich verliebt und auch noch das Fernsehen auf ihn aufmerksam wird, stellt sich freilich heraus, dass Mux selbst sein größtes Problem ist. Mit Chuzpe lassen Regisseur Mittermeier und sein Hauptdarsteller Stahlberg, der auch das Drehbuch schrieb, gängige Grenzen hinter sich. Ihrem Helden bringt man gleichermaßen Abscheu und Respekt entgegen. Die Taten des Moralapostels sind auf preiswertem Video gedreht, was Feinde wackeliger Dogmafilme abschrecken mag. Doch die Ästhetik macht Sinn in diesem sehr unterhaltsamen Wahnwitz, der als Gesellschaftssatire und Psychothriller funktioniert. „Muxmäuschenstill“ müsste zum Stadtgespräch dieses Sommers werden. (rk)

Muxmäuschenstill (Poster)