Mitte Ende August

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Zwei Männer, zwei Frauen, ein Haus am See. Es ist Sommer, man trinkt, man diskutiert. Ein Hauch von Goethes „Wahlverwandtschaften“ durchweht Sebastian Schippers neuen Film – allerdings gipfelt er nicht in einer Tragödie. Sowieso erzählt Schipper sehr unaufgeregt von seinen Protagonisten Hanna und Thomas (großartig: Bäumer und Peschel), die das alte Häuschen in Ruhe renovieren wollen. Die Zweisamkeit wird gestört von Hannas Nichte Augustine und Thomas’ Bruder Friedrich. Dass sich die Paarkonstellationen in dieser Viererrunde schnell verschieben, ist logisch – die besonnene Hanna und der ungestüme Thomas passen von der ersten Filmminute an nicht richtig zueinander. Doch diese Vorhersehbarkeit ist kein Manko. Denn Schipper gelingt es, das langsame Zerbröckeln der Idylle so subtil zu inszenieren, dass man sich irgendwann überrascht fragt: Wann fing das Drama eigentlich an? So offenbart dieser Film mit seinen sommerlichen Bildern und der dezenten Musik von Vic Chesnutt, dass nichts für immer und alles ständig im Umbruch ist. Ermutigend und bedrückend zugleich. (jul)

Mitte Ende August (Poster)