Memento

„Muss man sehen“ kulturmovies

Würde man Leonard (Pearce) vergesslich schimpfen – er dürfte es als Kompliment verstehen. Sein Kurzzeitgedächtnis existiert praktisch nicht mehr. Nur für ein paar Sekunden, die gerade für schnelle Notizen ausreichen, kann sich der ehemalige Versicherungsagent irgendetwas merken. Allein das Bild seiner ermordeten Frau wird er niemals vergessen – sie zu rächen ist sein einziger Lebenszweck. Leonard ist seitdem zu einer fanatischen Waffe mutiert, die sich nur durch ein System aus Zettelchen, Polaroids und Tätowierungen ins Ziel lenken kann. Der Thriller von Christopher Nolan wirkt durch eine ausgeklügelte Dramaturgie. Der Film läuft quasi rückwärts. Immer wenn eine Sequenz zu Ende ist, springt die Geschichte zwei Schritte zurück und die Szenerie davor beginnt. Hier macht die DVD-übliche Aufteilung in einzelne Chapter wirklich einmal Sinn. Es ist spannend, sich später noch mal einzelne Szenen anzuschauen, die man mit mehr Hintergrundwissenaus einem anderen Blickwinkel sehen muss. Wer den verschachtelten Aufbau von „Memeneto“ noch überhaupt nicht kapiert hat, kann sich auf der Extra-Bonus-DVD alles in Ruhe vom Regisseur erklären lassen oder sich das sehr gut gemachte „Making of: Anatomie einer Szene“ ansehen. Auch die Darsteller selbst kommen zu Wort. Alle Extras sind mit deutschsprachigen Untertiteln versehen. (kr)

Memento (Poster)