Mein letzter Film

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Seinem „Experiment“ sei gedankt: Oliver Hirschbiegel wird bald Hollywood-Movies drehen. „Mein letzter Film“ ist sein Abschiedsgeschenk – eigentlich ein TV-Experiment. Hannelore Elsner darf auch hier eine starke Schauspielerin sein, die Höhen und Tiefen hatte und deren größter Triumph nicht lange zurückliegt. Jetzt packt sie ihre Koffer und spricht ihrem Ex-Mann einen abendfüllenden Abschieds-Monolog in die Videokamera. Die steht auf einem Stativ, wackelt also kaum, ist aber sonst bar jeder professionellen Finessen. Natürlich heißt es, diese fast peinliche Privatheit sei reine Fiktion. Aber zu viel „Fiktives“ stimmt eins zu eins mit Elsners wahren Lebensdaten überein, als das man den entstandenen Schlüsselloch-Effekt zufällig nennen könnte. Immerhin ist es lebendig geschrieben und sympathisch gespielt. Wenn Elsner beiläufig die dümmsten Sätze aus Standard-Drehbüchern zitiert und ihr Lachen lacht, ist man gerührt und verzweifelt. Denn wer sich hier ertappt fühlt, lacht am lautesten und lernt nichts draus. Folgerichtig war „Mein letzter Film“ auf dem Filmfest München ein Renner. (rk)

Mein letzter Film (Poster)