Matrix Resurrections

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Matrix Resurrections | Kritik

Neo und Trinity sind wieder da! 18 Jahre nach dem letzten Teil tauchen sie wieder ein in die Matrix – und nehmen den Kampf mit den Maschinen und ihren Programmen erneut auf.

Der neue „Matrix“-Film

In Matrix Ressurections sehen wir eine gealterten, bärtigen Thomas/Neo (Keanu Reeves) der in der Matrix ein langweiliges Leben lebt. Er träumt jedoch von Dingen, die für ihn keine Träume sind. Sein Therapeut verschreibt ihm blaue Pillen, die Thomas schluckt. Er trifft auf Trinity, beide erkennen sich aber nicht wieder, haben aber eine leise Ahnung, dass sie sich schon einmal begegnet sind. Dann folgt Thomas einer jungen Frau mit einem tätowierten weißen Kaninchen auf der Schulter hinter einen Spiegel – und der junge Morpheus bietet ihm eine rote Pille an …

Die „Matrix“-Saga

Die „Matrix“-Trilogie hat das Kino revolutioniert, sie hat Kinofans auf der ganzen Welt Dinge gezeigt, die es so noch nie auf der Leinwand zu sehen gab. Von der grün getönten Videospielästhetik und den zahlreichen popkulturellen, literarischen, mythologischen und religiösen Anspielungen und Zitaten bis hin zu den innovativen Actionszenen mit bahnbrechenden Spezialeffekten wie der heute legendären und zum Standard gewordenen Bullet Time: Keanu Reeves macht als Hacker Neo einen Limbo unter in Super-Slowmotion vorbeifliegenden Kugeln.

Auch die Vorwegnahme von Virtual Reality, Künstlicher Intelligenz und der Ersatzrealität von digitalen Welten sowie das Grauen vor ihnen besitzen eine beeindruckende visionäre Kraft. Facebook-Chef Mark Zuckerberg und seine letztens erfolgte Verkündung des virtuellen „Metaverse“ als Welt der Zukunft und Jean Baudrillards Kritik an der totalen Medialisierung der Gesellschaft sind gleichermaßen Referenzpunkte … Die Cyberpunk-Filme verbinden wie keine andere Science-Fiction-Reihe dystopische Kapitalismuskritik mit komplexen philosophischen Gedankenspielen und packender Unterhaltung, wenn Neo (Keanu Reeves), Trinity (Carrie-Anne Moss) und Morpheus (Laurence Fishburne) in der Matrix gegen die Maschinen und ihre Schutzprogramme, die Agenten, kämpfen.

Nicht zu vergessen das autobiografische Element der Regisseure und heutigen Transfrauen Lana (damals Larry) und Lilly (damals Andy) Wachowski, die sich wie Neo für die rote Pille und für die Transformation von einer nicht als echt empfundenen Existenz in ein wahres Ich entschieden – und heute als Frauen leben.

Die „Matrix“-Darsteller

Keanu Reeves spielt natürlich auch in Matrix Ressurections wieder den Hacker Thomas A. Anderson alias Neo, den Auserwählten, der die Maschinen und die Matrix besiegen kann. Carrie-Anne Moss legt ihre Rolle als Neos Gefährtin und großer Liebe Trinity wieder auf, während Laurence Fishburne nicht als Morpheus ins „Matrixversum“ zurückkehren wird. Seinen Part übernimmt der Newcomer Yahya Abdul-Mateen II. Wieder mit dabei sind Jada Pinkett Smith als Niobe und Lambert Wilson als Merowinger. Neu sind Brian J Smith, Eréndira Ibarra, Toby Onwumere und der deutsche Schauspieler Max Riemelt, mit denen Lana Wachowski schon bei ihrer Netflix-Serie „Sense 8“ (2015–2018) zusammengearbeitet hat.

Die „Matrix“-Macher

Zum ersten Mal seit „Matrix“ im Jahr 1999 hat Lana Wachowski mit Matrix Ressurections einen Film ohne ihre Schwester Lilly gedreht. Der Grund für diesen Alleingang ist tragischer Natur: Nachdem die Eltern der beiden innerhalb kurzer Zeit verstarben und auch ein enger Freund, brauchte Lana nach eigenen Worten die Rückkehr zu den Figuren Neo und Trinity als Trost. Lilly empfand das Gegenteil: Sie sah sich aufgrund ihrer Trauer über den Verlust nicht in der Lage, eine weitere „Matrix“-Fortsetzung zu drehen.

Volker Sievert

 

Matrix Resurrections | Fotos

Matrix Resurrections | Besetzung

Matrix Resurrections (Poster)

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