Mary und die Blume der Hexen

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Ein abgelegenes Häuschen am Waldrand, in dem es außer der gestressten Haushälterin und dem mürrischen Gärtner keine Spielgefährten gibt – in ihrem neuen Zuhause ist der quirligen Mary ganz schön langweilig. Auch der Nachbarsjunge Peter, der sich gleich bei ihrer ersten Begegnung über ihre feuerroten Haare lustig macht, ist da keine große Hilfe. Kein Wunder, dass sich Mary nur zu gerne von einer schwarzen Katze in den Wald locken lässt, wo ihr eine geheimnisvolle blaue Blume den Weg in eine magische Welt weist … Regisseur Hiromasa Yonebayashi, durch seine Arbeit für das bekannte Studio Ghibli ein Begriff, hat den ersten Film des neuen Animationsstudio Ponoc gedreht. Mit der mutigen Heldin, einer geheimnisvollen Zauberschule über den Wolken und dem notorisch schlecht gelaunten Kater Tib als Sidekick wäre das Potenzial für einen Anime-Klassiker à la „Chihiros Reise ins Zauberland“ vorhanden – doch die detailreich animierte Steampunk-Zauberwelt kann nicht über den vorhersehbaren Konflikt zwischen Gut und Nicht-allzu-Böse hinwegtäuschen, der zwischen Mary und der Direktorin der Zauberschule entsteht. Auch von einem Kinderfilm kann man mehr Komplexität erwarten – wie das geht, hat gerade der Anime schon oft gezeigt. mm

Mary und die Blume der Hexe (Poster)