Maps to the Stars

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Er ist einer der Meister vielschichtiger Bildsprache und bedrohlicher Atmosphäre: David Cronenberg ist vor allem durch kongeniale Thriller wie „A History of Violence“ oder seine Kultverfilmung „Naked Lunch“ bekannt geworden. Mit „Maps to the Stars“ überrascht er mit einer Hollywoodsatire und führt durch das Leben einer gestörten Showbusinessfamilie. Der pubertierende Benji (Evan Bird) ist das Abziehbild eines Kinderstararschlochs, und sein Vater, der Guru Stafford (John Cusack), kümmert sich lieber um sein neues Buch als um den Sprössling und behandelt nebenher die neurotische Altmimin Havanna (Julianne Moore), die vom Leben ihrer Mutter besessen ist. Frisch aus der Psychiatrie entlassen, heuert Benjis Schwester Agatha (Mia Wasikowska) bei Havanna als Gehilfin an. Doch Agatha ist ihrem Vater ein Dorn im Auge – es kommt zur Eskalation. Die ist vorhersehbar, aber dank Cronenbergs meditativer, enigmatisch ruhiger Inszenierung trotzdem faszinierend. Es sind vor allem die Schauspieler, die hier hervorstechen, besonders Julianne Moore, die eine ihrer stärksten Leistungen abliefert – und die dafür zu Recht in Cannes als beste Darstellerin ausgezeichnet wurde. Die banale Story verschleiert nicht: Cronenberg ist der König der Dysfunktion. (ms)

Maps to the Stars (Poster)