Machete

„Kann man sehen“ kulturmovies

Einen trashigen Trailer zu einem Film zu drehen, den es nicht gibt, ist eine Sache. Daraus einen Spielfilm zu machen ist, als dehne man einen Blondinenwitz auf Vortragslänge. Robert Rodriguez’ Machete (Danny Trejo) tauchte im Rahmenprogramm von „Planet Terror“ (2007) auf – nun kämpft der Ex-Cop gegen einen Klungel aus rassistischer Politik (Robert De Niro) und Drogenmafia (Steven Seagal) und wiegelt mexikanische Immigranten gegen die Einwanderungsbehörde auf. Diese mit der Maströhre verabreichte politische Botschaft tut dem Film so wenig gut wie sein Gebrüll „Heiße Weiber! Irre Blutfontänen! Harte Kerle! Ich bin Trash! Ist das nicht lustig?“ Ist es nicht. Machete nutzt den Dickdarm eines Gangsters als Fluchtseil und schlägt am Fließband Gliedmaßen ab, dass man bald die Lust verliert, der von Rodriguez absichtlich ohne Logik, Timing und Dramaturgie inszenierten Schlachtplatte zuzusehen. Trejo spielt aus Gründen sonst nur Nebenrollen. Er stakst so steif und ohne jede Ausstrahlung umher, dass man ihn woanders nicht als Statist genommen hätte. Splattermüll für Jugendliche. Werd’ erwachsen, Rodriguez! (vs)