Leto

Filminhalt

Leningrad, ein Sommer zu Beginn der 1980er. Während Alben von Lou Reed und David Bowie heimlich die Besitzer wechseln, brodelt die Underground-Rockszene. Mike und seine Frau Natascha lernen den charismatischen Musiker Viktor Zoi kennen. Ihre unbändige Leidenschaft für die Musik verbindet sie schnell zu einer eigenwilligen Dreieckskonstellation. Als Teil einer neuen Musikbewegung werden sie trotz staatlich kontrollierter Konzerte das Schicksal des Rock ’n‘ Rolls in der Sowjetunion verändern. (Text: Verleih)

Filmkritik

Von Kirill Serebrennikov hätte man ein irgendwie politisches Statement erwartet: Der russische Theaterregisseur ist zwar nicht wirklich ein Widerständler, aber durchaus ein Freigeist, der im repressiven Putin-Staat aneckt und entsprechend seit 2017 unter Hausarrest steht. „Leto“ (Russisch für „Sommer“) aber ist nicht politisch, sondern ein Musikfilm, ein Porträt der Leningrader Punkszene der Achtziger. Serebrennikov erzählt keine stringente Geschichte, sondern wirft Schlaglichter auf die aufstrebende Band Kino um Sänger Viktor Zoi (Teo Yoo): ein drogenschwangerer Nachmittag am Strand, ein Streit mit einer Zensorin, ein Auftritt, eine zarte Romanze mit der Frau eines befreundeten Sängers, gefilmt in Schwarz-Weiß. Das erinnert mal an Anton Corbijns Joy-Division-Biopic „Control“, mal an Andreas Dresens „Gundermann“, und immer, wenn man glaubt, diesen Film verstanden zu haben, zieht Serebrennikov eine weitere Ebene ein. Mal mit einer „Das hier ist nie passiert“-Distanzierung, mal mit eigenartigen Musicalnummern zu Songs von den Talking Heads, Iggy Pop und Lou Reed – Brüche im nüchternen Handkameragestus des Films, die mit Störungen, Farbsprengseln und Schriften arbeiten und zeigen, dass Serebrennikov viel versteht von Musikvideoästhetik. Am Ende steht keine Politik, aber ein Loblied auf das stille Nichteinverstandensein einer jugendlichen Bohème – schon zuviel Opposition in der russischen Gesellschaft der Gegenwart. fis

Filmbilder

<?php echo $img_alt; ?>
<?php echo $img_alt; ?>
<?php echo $img_alt; ?>
<?php echo $img_alt; ?>

Vorstellungen

  1. Frankfurt am Main
  2. Wadern
Leto (Poster)
Der russische Regisseur Kirill Serebrennikov zeichnet ein starkes Porträt der Leningrader Punkszene der Achtziger.

Regie Kirill Serebrennikov

Darsteller Roma Zver, Irina Starshenbaum, Teo Yoo

Entstehungsjahr 2018

Land Russland

Filmlänge 128 min

Filmstart 08.11.2018

FSK 12

Website https://www.weltkino.de/film/kino/leto

Genres Drama