Ist die Existenz des Kinos bedroht?

Kino (Symbolbild)
Kino (Symbolbild) Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Ist das Virus auch das Ende der Kinos? Man will es beim besten Willen nicht hoffen, trotzdem gibt es gewisse Tendenzen, die so eine Entwicklung nahelegen. Vor Kurzem wurde beispielsweise darüber gesprochen, den neuen James Bond direkt online anzubieten. Amazon und Netflix hatten hohe Kaufangebote geäußert. Die MGM Studios versprechen jedoch, dass die Premiere, wie geplant im Kino stattfinden wird. Dagegen spricht allerdings der Zeitpunkt.

So ist der Kinostart aktuell für Ende März geplant. Ein ungünstiger Zeitpunkt, der nach aktuellen Prognosen noch immer mitten in die Pandemie fällt. Selbst mit den stattfindenden Impfungen zu diesem Zeitpunkt, wird auch für die Kinos erst eine mögliche Normalität ab dem Sommer 2021 eintreten. Ob der neue James Bond nicht doch zuerst bei den gängigen Streaminganbietern gezeigt wird, ist unklar, vor allem, da die Auslandsvertriebsrechte bei Universal Pictures liegen. Immerhin liegt in einem anderen Punkt eine Einigung zwischen Universal Pictures und der US-Kinokette AMC vor. So sollen Kino-Filme bereits 17 Tage nach dem Kinostart (zuvor 70 – 75 Tage) im Streaming gezeigt werden. Für die Kino ist es so oder so eine dramatische Situation.

Umdenken wichtig

Die Kinopaläste gehören zu unserem Kulturgut. Was fehlt, sind neue Konzepte. Die Einnahmen sind aktuell gering und die laufenden Kosten der großen Komplexe enorm. Durch Corona hat sich alles ins Internet verlagert. Das Hauptproblem ist allerdings, dass auch eben jene Personen, die sonst das Netz gemieden haben, mittlerweile ebenfalls umgestiegen sind. Das betrifft sowohl den Einzelhandel, als eben auch die Kinos.

Kinoeintrittspreis

Seit 2004 sind die Preise für Kinokarten explodiert. Mussten 2004 nur knapp 5,70 Euro für eine Karte hingelegt werden, waren es 2010 schon 7,27 Euro im Durchschnitt. Mittlerweile liegt der Preis im Schnitt bei 8,54 Euro und steigt weiter an. Grund sind die rückgängigen Besucherzahlen, die hohen Betriebskosten und auch die weiter steigenden Stromkosten, die dafür sorgen, dass die Kosten für eine Kinokarte weiter in die Höhe steigen. 2019 wurden in Deutschland noch knapp 119 Millionen Kinobesucher registriert. 2000 waren es noch 178 Millionen. Die Blütezeit lag von 1946 bis 1970. 1956 wurden 818 Millionen Besucher in Deutschland registriert: Ein Rekordjahr.

Wie sollte man Kinos künftig nutzen

Erfolgreiche Nutzungskonzepte gibt es bislang nicht. Das OnlineCasino JackpotCity hatte einmal den Vorschlag gemacht, in den Räumlichkeiten Kartenspiele anzubieten. Blackjack ist ein interessantes Spiel und könnte kurzzeitig auch im Kino Vergnügen bereiten. Die Idee wurde aber von JackpotCity verworfen, da die rechtlichen Hürden zu hoch waren.

Doch wirklich tragfähige Programme gibt es nicht. Zwar hat der Bund das Zukunftsprogramm Kino (noch vor Corona) gestartet, wonach 2020 bis zu 17 Millionen für Kinos zur Verfügung stehen, 45.000 Euro können pro Saal beantragt werden