„Ich bin fassungslos“

Barbara Ott
Foto: J.Matjasko

Regisseurin Barbara Ott wollte ihren Berlinale-Film „Kids run“ mit Jannis Niewöhner eigentlich am 26. November ins Kino bringen. Daraus wird nun nichts. Für Ott ist Kino aber systemrelevant, wie sie in ihrem Statement vehement darlegt.

„Ich bin schockiert. Ich bin schockiert darüber, wie schnell man den Kulturschaffenden erneut ihre Kommunikationswege nimmt. Wie rasant es doch wieder von statten ging, Kultur, Theater, Kunst, Film und Musik als nicht systemrelevant darzustellen. Ich bin fassungslos darüber, dass erneut und immer noch die Existenz so vieler Kulturschaffenden und Künstler/innen auf dem Spiel steht. Wenn Künstler/innen keine Ausstellungen haben können, Filmemacher*innen und Kinobetreiber*innen ihre Filme nicht zeigen können, wenn Theaterschaffende und Theater nicht spielen und ihre Stücke zeigen dürfen, wovon sollen sie leben? Die Hygienemaßnahmen der einzelnen Häuser sind ausgearbeitet und umgesetzt. Menschen brauchen Filme, brauchen Theater, sie brauchen die Künste und die Musik. Die Kulturschaffenden haben in den letzten Monaten gezeigt, dass sie die Menschen, auch in diesen Zeiten, nämlich sicher und mit Abstand, mit Kultur versorgen können. Stellt euch eine Welt ohne Museen, ohne Theater, ohne Kinos, ohne Bühnen, ohne Galerien und Ausstellungen vor! Wer von uns möchte darin leben? Wir sind nicht weit davon entfernt, dass es nach einem weiteren Lockdown viele der Kulturstätten, wie wir sie kannten, nicht mehr geben wird. Vergesst die Künstler und Künstlerinnen nicht. Wir brauchen sie. Kultur ist systemrelevant.“

„Kids run“ soll nun am 3. Dezember starten.

Foto: J.Matjasko