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Kind 44

Kind 44 (Poster)

Bewertung

„Kann man sehen“ kulturmovies

Filminhalt

Ein kleiner Junge wird in Moskau ermordet, doch die Behörden vertuschen das Ganze als Unfall, wie schon Dutzende solcher Fälle zuvor. Offiziell gilt die kommunistische Utopie als vollendet, sodass Gewaltverbrechen gar nicht mehr vorkommen dürfen. Dennoch beginnt der Geheimdienstoffizier Leo Demidov (Tom Hardy) auf eigene Faust zu ermitteln. Er wird degradiert und strafversetzt, kann aber von der Obsession nicht lassen, den Täter doch aufzuspüren… Regisseur Daniel Espinosa zeigt die Sowjetunion in den letzten Zügen der Stalin-Ära nicht als Arbeiterparadies, sondern als Paranoiahölle, in dem jeder zum Verräter seines Nächsten wird. Grund genug für die Behörden in Russland, „Kind 44“ zu verbieten. Russische Thrillerfans werden das verschmerzen. Denn auch wenn Tom Hardy („The Dark Knight rises“) sein Bestes gibt: Er bewahrt die Bestsellerverfilmung nicht davor, unter der Last hölzerner Dialoge, schablonenhafter Figuren, Gefühlskitsch und obszöner Zurschaustellung von Gewalt zusammenzubrechen. Sehenswert ist immerhin, wie sich Leos Beziehung zu seiner Frau Raisa (Noomi Rapace) wandelt, wenn die beiden den Sturz von privilegierten Parteibonzen zu Ausgestoßenen erleben. Doch so sehr die Spannung auch ständig behauptet wird, zu sehen ist nur Hektik – für einen Thriller ist das tödlich. (rr)

  • Kind 44 (Filmbild 2)
  • Kind 44 (Filmbild 3)
  • Kind 44 (Filmbild 4)
  • Kind 44 (Filmbild 5)