Kids Run

„Muss man sehen“ kulturmovies

Andi (Jannis Niewöhner) ist junger Vater von drei Kindern zweier Frauen, lebt in prekären Verhältnissen und sehnt sich nach einem gesicherten Leben mit seiner Familie. Seine Schulden machen es ihm dabei nicht leicht: Sein Vermieter droht ihm mit Rausschmiss, seine Ex mit dem Entzug des Sorgerechts für die gemeinsame Tochter. Dann verspricht ein Boxkampf dem Gewinner ein Preisgeld von 5 000 Euro – für Andi der rettende Strohhalm … Das Sozialdrama zeigt die belastenden Lebensumstände eines Einzelkämpfers, der permanent unter Strom steht und bereit ist, alles für seine Kinder zu geben.

Mit Wut und Vernunft

Eine unruhige Kamera, die ständig in Bewegung ist, viele Nahaufnahmen, ein extrem eng gezogener Blick – man möchte fast einen Schritt zurücktreten, um die ganze Szenerie sehen zu können. Zugleich bildet die visuelle Nähe zu den Figuren einen Kontrast mit den kühlen Farben der trostlosen Settings: Industrie, Schrottplätze, grau-nasse Wintertage. Inmitten dieser (scheinbaren) Perspektivlosigkeit überzeugt Jannis Niewöhner als bedingungslos liebender Vater, der trotz seiner Wut über seine Situation auch Vernunft beweist. Regisseurin Barbara Ott thematisierte bereits mit ihrem preisgekrönten Kurzfilm „Sunny“ die Verantwortung, die Eltern für ihre Kinder tragen. Mit dieser stark erzählten Geschichte gelingt es ihr, diesem Ansatz in ihrem Spielfilmdebüt zu vertiefen. jb

Kids Run (Poster)