Je suis Karl

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Die 18-jährige Maxi (Luna Wedler) wächst in Berlin in einem liberalen Haushalt auf, ihre Eltern helfen schon mal einem Geflüchteten, heimlich nach Deutschland einzureisen. Ein Bombenanschlag zerstört die Idylle und tötet ihre Mutter und ihre Brüder.

Während ihr Vater Alex (Milan Peschel) in der Verzweiflung versinkt, sucht Maxi nach einem Weg aus der Angst. Und trifft den charismatischer Karl (Jannis Niewöhner), Kopf einer jungen, rechten Bewegung, die für ein neues Europa stehen will. Maxi lässt sich mitreißen von der Aufbruchsstimmung – und verliebt sich trotz aller Hassparolen in Karl …

Mit „Je suis Karl“ will Regisseur Christian Schwochow („Deutschstunde“) vorrangig ein junges Publikum erreichen, dementsprechend aufrüttelnd ist das Drehbuch konstruiert. Für Subtilität ist da wenig Platz, dem emotionalen Sog der Geschichte tut das allerdings keinen Abbruch. Ein Jugendfilm als politisches Manifest, mit starken Performances der drei Hauptdarsteller:innen. mj

Je suis Karl (Poster)