I Am Legend

„Muss man sehen“ kulturmovies

New York ist seit jeher Schauplatz für Katastrophenfilme. Nachdem Riesenechsen, Aliens, Erdbeben oder Monsterwellen dafür gesorgt haben, dass Manhattan in Schutt und Asche gelegt wird, erblüht der Times Square bei Francis Lawrence („Constantine“) in ungewohnter Pracht. Meterhoch ist das Gras gewachsen, von Asphalt nichts mehr zu sehen, und durch das frische Grün jagen Löwen in der goldenen Abendsonne nach Antilopen, während man im Central Park sogar Mais ernten kann. In diesem New York von scheinbar erhabener Schönheit verschanzt sich der Militärvirologe Robert Neville (Will Smith). Er ist der einzige Überlebende einer globalen Pandemie – ein vermeintlicher Impfstoff gegen Krebs sorgte bei den Probanden für so ungemütliche Nebenwirkung, dass sie zu zornigen Vampir-Zombies mutiert sind, die bei Dunkelheit ihren unbändigen Blutdurst stillen. Will Smith ist hier der Gejagte, der die gefühlte Paranoia mit lässiger Reife spielt und die spannende One-Man-Show mit jeder Menge Muskelberge füllt. Die dritte Verfilmung von Richard Mathesons gleichnamigen Roman nach „The Last Man on Earth“ (1964) mit Vincent Price und „Der Omega-Mann“ (1971) mit Charlton Heston ist keine konventionelle Mensch-gegen-Monster-Schlachtplatte. Regisseur Lawrence interessiert sich mehr für die Charakterstudie eines einsamen Mannes, der mit eiserner Disziplin um sein Überleben kämpft – und dennoch so viel Zeit zum DVD gucken hat, dass er „Shrek“ auswendig lernen kann … (ds)

I Am Legend (Poster)