Helden wie wir

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Nach “Sonnenallee” nun also Thomas Brussigs ironisch-verklärte DDR-Erinnerungen zum Zweiten. Die Verfilmung seines Bestsellers “Helden wie wir” hat in Sebastian Petersons Spielfilmdebüt trotz aller satirischer Überzeichnung einen weitaus authentischeren und zugleich melancholischeren Anstrich. Erzählt wird die Geschichte des Klaus Uhltzsch, eines Mitläufers und Stasi-Mitarbeiters, von der Grundschule in den späten Siebzigern bis zur Nacht des Mauerfalls – für den sich dieser kleine Held ganz persönlich verantwortlich fühlt. Sein Leben ist stets verknüpft mit den politischen Verhältnissen. So stark, dass er dabei fast seine große Liebe verloren hätte. Peterson erzählt dies in einer filmisch beeindruckenden Weise: Er verknüpft Original-Dokumentarmaterial, Ausschnitte aus DDR-Fernsehsendungen, private Bilder und historische Aufnahmen so perfekt mit nachgespielten Sequenzen, dass “Forrest Gump” dagegen billig wirkt. (ascho)