Heiter bis wolkig

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Tim (Riemelt) reißt Frauen auf, indem er behauptet, er sei krebskrank und müsse bald sterben. Auch Marie (Fischer) spielt er etwas vor – bis er deren tatsächlich todkranke Schwester Edda (Schwarz) kennenlernt. Die durchschaut Tim – und spannt ihn für ihre Zwecke ein … Marco Petrys ernste Liebeskomödie steckt voller Klischees. Bei dramatischen Gefühlsausbrüchen regnet es, Tim erkennt natürlich erst durch Edda, dass er mehr aus seinem Leben machen muss, und die biedere Marie trägt stets biedere Blusen. Dazu passend die Rollenbilder: Männer sind Softies oder Machos, Frauen schüchtern oder zickig. Überzeugen kann nur Jessica Schwarz; sie spielt die tragische Heldin mal als starke, mal als schwache Frau, wenn sie ihren Rachefeldzug gegen die Welt durchzieht. Der Film übernimmt dabei gerne ihre Perspektive, der Blickwinkel der nominellen Hauptfigur Tim bestätigt eh nur, was man weiß: Mit Krankheiten scherzt man nicht. Das Ende setzt der todgeweihten Edda ein Denkmal, mit dem sich auch noch der geläuterte Tim selbstverwirklicht. Das ist dann kein Klischee mehr. Das ist dann schon Kitsch. (sp/vs)

Prädikat besonders wertvoll

Heiter bis wolkig (Poster)