Hedi Schneider steckt fest

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Wo andere mit Platzangst oder Wutanfall reagieren, bleibt Hedi Schneider locker und humorvoll. Um sich die Wartezeit im feststeckenden Fahrstuhl zu vertreiben, verwickelt sich den Mann am anderen Ende der Notrufanlage kurzerhand in ein ins Private ausufernde Gespräch. Doch wenig später bleibt Hedi Schneider, mit viel Charme, Witz und Einfühlungsvermögen gespielt von Laura Tonke, noch einmal stecken – diesmal mitten im Leben … Regisseurin Sonja Heiss („Hotel Very Welcome“) gibt lediglich Andeutungen, was Hedis Depression und Angstzustände ausgelöst haben könnte. Vielmehr konzentriert sie sich darauf, wie sich diese Veränderungen auf die Beziehung zum Ehemann (Löw), ihrem Sohn (Nitsche) und auf das soziale Umfeld auswirken. Der Tonfall bleibt überraschend humorvoll, Hedis Kleidung wie auch die ganze Bildsprache sommerhell und bunt. Dennoch behandelt Heiss die psychische Erkrankung ernst und mit differenziertem Blick. Dass dieser Spagat klappt, ohne dass dabei die Glaubwürdigkeit oder der Unterhaltungswert verloren gehen, ist eine nicht zu unterschätzende Leistung von Regie und Schauspielern. (ascho)

Prädikat besonders wertvoll

Hedi Schneider steckt fest (Poster)