Haute Couture – Die Schönheit der Geste

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Haute Couture - Die Schönheit der Geste | Kritik

Das Grundkonzept ist so alt wie das Sozialdrama: Eine junge Frau, aufgrund ihrer Herkunft und sozialen Situation eher desillusioniert denn engagiert, bekommt unerwartet eine Chance zum beruflichen Einstieg und damit zum Aufstieg in eine andere Klasse. In Sylvie Ohayons Film „Haute Couture“ ist es die rebellische Jade aus der Pariser Banlieu. Als sie einer älteren Dame die Handtasche klaut, plagen sie Gewissensbisse, und sie bringt die Beute zurück. Die Besitzerin (Nathalie Baye als altersmelancholische Esther) sieht in Jade ihre verlorene Tochter und ermöglicht ihr ein Praktikum in ihrem Schneideratelier. Hier werden Stich um Stich Modelkleider für Dior genäht. Der multikulturelle Figurenreigen dreht sich nicht ganz konfliktfrei. Vorurteile gibt es reichlich, und zwar auf allen Seiten. Am Ende aber fügt sich alles, und Sylvie Ohayon drückt zuletzt auch ein wenig auf die Tränendrüsen. Dass diese Variation der Pygmalion-Stoffs nicht zu purem Sozialkitsch verkommt, ist vor allem Lyna Khoudri zu verdanken. Ihre Jade bewahrt sich die Street Credibility, und gleichzeitig nimmt man ihr die wachsende Liebe für Stoffe, Handwerk und wie auch die Fürsorge für Esther ab. ascho

Haute Couture - Die Schönheit der Geste | Fotos

Haute Couture - Die Schönheit der Geste | Besetzung

Haute Couture - Die Schönheit der Geste (Poster)

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