Harry meint es gut mit dir

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Dieser mysteriöse Harry wirkt wie ein Katalysator auf das bislang so
spießig-biedere Leben von Michel und Claire. Auf dem Klo einer
Autobahnraststätte schneit der merkwürdige Kauz mit seiner etwas
unterbelichteten Gefährtin ins Leben des Paares, hängt an ihnen wie eine Klette – und nichts ist mehr, wie es einmal war. Tatsächlich vollbringt dieser Harry zunächst wunderbare Taten, schafft alles mit links und ermuntert sogar den als Lehrer unzufriedenen Michel zu einer Schriftstellerkarriere. Überhaupt scheint er alle bislang unterdrückten Wünsche geradezu zu erraten und zu ihrer Verwirklichung zu helfen. Aber dann wird das ewige Lächeln von Harry zur Fratze. Ganz allmählich kommt hinter dem ewig Guten das abgrundtiefe Böse zum Vorschein, und wieder einmal wird das Jekyll- und Hyde-Muster durchgespielt – doch hier auf eine recht makabre und intelligente Variante mit abgründig schwarzem Humor. Ganz sukzessive dreht Regisseur Dominik Moll die Spannungsschraube zu, setzt jedem Cliffhanger noch einen drauf. Und sorgt er zunächst noch für heftige Lacher, kippt sein Film alsbald um in kaltes Grausen. (ascho)

Harry meint es gut mit dir (Poster)