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Guardians of the Galaxy Vol. 2

Guardians of the Galaxy Vol. 2 (Poster)

Bewertung

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Die ungewöhnlichen Helden versuchen die Galaxis zu retten – doch ihre Feinde sind ihnen dicht auf den Fersen.

Filminhalt

Jede siebte Familie in Deutschland ist eine Stieffamilie. In Comics dürfte dieser Anteil noch sehr viel höher sein, denn jedes Superheldenteam ist ein Patchwork aus unterschiedlichen Persönlichkeiten verschiedenster Herkunft, mit diversen Fähigkeiten und divergenten Charakteren. Oder um es frei nach dem von seinem Stiefgroßvater aufgezogenen Willy Brandt zu sagen: Hier wächst zusammen, was eigentlich nicht zusammengehört. Ob die Avengers oder die Justice League – wer durch Superfähigkeiten vom Normalorest der Menschheit isoliert lebt, braucht Verständnis und Geborgenheit, da kann man noch so düster umwölkt sein wie Batman, so zynisch wie Iron Man oder so wutrasend wie Hulk. Die Guardians of the Galaxy leiden zudem darunter, dass sie als Söldner und Drifter alleine in ihrem Raumschiff durchs All fliegen.Peter Quill alias Star-Lord, die grünhäutige Amazone Gamora, der Muskelberg Drax, der sprechende Waschbär Rocket und das Baumwesenbaby Groot raufen sich sprichwörtlich zusammen, denn sie haben sonst niemanden. Dann kreuzt Quills Vater ihren Weg und eröffnet dem verdutzten Draufgänger: Du bist ein Halbgott. Aber kann man abwesenden Vätern trauen, ob sie nun emotional distanziert sind, nur jedes zweite Wochenende vorbeikommen oder das erste Mal überhaupt?

„Guardians of the Galaxy Vol. 2“ lebt alternative Familienformen vor

Sind Patchworkpapas wie Quills Ziehvater, der blauhäutige Weltraumpirat Yondu, nicht die wahren Väter, denn sie sind immer da und geben einem das Rüstzeug fürs (Outlaw-)Leben mit auf den Weg? Der Anführer der Guardians ist nicht der einzige mit einem Familienproblem: Gamora wurde als Mädchen immer wieder in Zweikämpfe mit ihrer Adoptivschwester Nebula getrieben. Weil Gamora meist gewann, bekam Nebula für jede Niederlage einen Körperteil durch Maschinenteile ersetzt – sie ist im Wortsinne ein Patchwork, voller Schwesternhass und doch voller Sehnsucht nach der Geborgenheit einer Familie. Und so geht es weiter: Rocket will stets den als Bruder fungierenden Quill übertrumpfen, Witwer Drax verguckt sich in die Waisin Mantis, und Babybaum Groot wird am Schluss zum pubertierenden Teenie, dem Onkel Quill sein mit Ästen und Blättern verschmutztes Zimmer vorhält. So ist „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ die erste Comicverfilmung, die alternative Familienformen vorlebt: Es ist egal, wo du herkommst, welche Farbe deine Haut hat, was du früher gemacht hast und dass wir uns die meiste Zeit anbrüllen. Familie, das ist nicht nur Biologie und Herkunft – es ist vor allem Liebe und der Wunsch, nicht mehr allein zu sein im unendlichen Universum. Und ab und zu mal als teambildende Maßnahme die Galaxie retten. vs

  • Guardians of the Galaxy Vol. 2 (Filmbild 2)
  • Guardians of the Galaxy Vol. 2 (Filmbild 3)
  • Guardians of the Galaxy Vol. 2 (Filmbild 4)
  • Guardians of the Galaxy Vol. 2 (Filmbild 5)