Groupies bleiben nicht zum Frühstück

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Eigentlich ist alles eine Nummer zu dick aufgetragen: Die Liebe zwischen der Gymnasiastin Lila (Fischer) und dem Sänger der Band Berlin Mitte (Kostja Ullmann). Die Überdosis an Berlinklischees, vom peinlichen Bandnamen bis zu Lisa bester Freundin, einer waschechten Haupstadtgöre. Und ganz besonders der Gesangsauftritt von Ullman („Love is a Battlefield). Und doch entwickelt sich diese Teeniekomödie vergnüglich, mit abwechslungsreichem Plot und Seitenhieben auf kreischende Mädchen und aalglatte Musikmanager. In einer Szene erwacht Chris im Zimmer von Lilas kleiner Schwester, umgeben von Postern von sich selbst: der Star im Käfig. Wirklich verletzend ist der Spott über das Boygroupphänomen aber nie, denn Marc Rothemund hat einen familienkompatiblen Film gedreht: Die Liebesgeschichte zwischen Chriz und Lila gestaltet sich so keusch, dass es fast rührend ist. Getragen wird sie vor allem von Anna Fischer, die burschikosen Charme versprüht und zeigt, wie sexy Schnarchen klingen kann. (arm)

Groupies bleiben nicht zum Frühstück (Poster)