Golden Twenties

„Kann man sehen“ kulturmovies

Sie wissen nicht, was sie wirklich wollen. Ava (Henriette Confurius) hat keinen Plan über ihre berufliche Zukunft und zieht nach dem Studium erst einmal wieder bei der Mutter (Inga Busch) ein. Die hat einen jungen Lover mit schwankenden Beziehungsstatus. Und selbst der Theaterregisseur, bei dem Ava hospitiert, weiß nicht, was er da eigentlich auf die Bühne bringen will. In einem ist Sophie Kluges Film konsequent: Auch er findet zu keinem Ziel, vor allem weil eine dramatisch schlüssige Entwicklung fehlt. Henriette Confurius als Ava immerhin hält diesen Szenenreigen zusammen und die Kamera setzt sie mit vielen Totalen und Nahaufnahmen ihres ausdruckstarken Gesichts auch optisch ins Zentrum.

In manchen Momenten ist das sehr stimmungsvoll und das Miteinander der Menschen authentisch. Doch für ein Generationenporträt ist das alles zu wenig. Zu vieles bei den Charakteren und ihren (Nicht)-Entscheidungen bleibt Behauptung. Gerade in den tragenden Nebenfiguren türmen sich in den Dialogen die Klischees bis zur unfreiwilligen Satire. Das gilt leider auch für die Gastauftritte wie den von Blixa Bargeld als balkongärtnender Nachbar. ascho

Golden Twenties (Poster)