Glück ist was für Weicheier

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Die zwölfjährige Jessi weiß: 8, 9, 98, 198 und 298 sind böse Zahlen – und natürlich auch 17, die Summe aus 8 und 9. Tauchen sie auf, droht ihrer großen Schwester Blini Unheil. Die schwindet langsam an einer unheilbaren Lungenkrankheit dahin. Und auch, wenn Jessi ein Dutzend Mal am Stück den Sitz ihrer Socken korrigiert, damit Blini nichts Schlimmes passiert, dann ändert das nicht daran, dass Blini sterben wird. Die Schwestern hecken okkulte Pläne aus, um die Blini zu heilen, aber die Krankheit ist schneller… Die junge Ella Frey spielt Jessis Konfusion aus beginnender Sexualität, Sorge um die Schwester und ihren Zwangsstörungen bravourös – sie ist der beste Grund, sich „Glück ist nichts für Weicheier“ anzuschauen. Ex-„Tatort“-Kommissar Martin Wuttke, der den alleinerziehenden Vater der beiden zerknirscht, zerrupft und fertig mit der Welt spielt, ist ihr aber mindestens ebenbürtig. Das eindringliche Spiel der beiden trägt diesen Film, der gerne mal unvermittelt zwischen Poesie, Sarkasmus und tragikomischem Slapstick wechselt. rr

Glück ist was für Weicheier (Poster)