Glück auf einer Skala von 1 bis 10

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Glück auf einer Skala von 1 bis 10 | Kritik

Igor fährt auf seinem Fahrrad als Kurier Bio-Essen aus und kennt bei seinen Fahrten keinen Stress: Mit dem Kopfhörer auf den Ohren fährt er tiefenentspannt durch die Straßen und hört philosophische Texte von Descartes bis Schopenhauer. Eines Tages wird er vom Auto des unachtsamen Bestattungsunternehmers Louis in den Straßengraben befördert. Im Krankenhaus lernen sie sich etwas kennen, danach lässt der körperlich behinderte Igor nicht mehr von Louis ab: Weil er Louis ins Herz geschlossen hat, ist Igor wie eine Klette und versteckt sich sogar im Wagen, als Louis eine Leiche nach Lousanne überführen muss.

Glück auf einer Skala von 1 bis 10 ist ein Film voller komischer Momente und dennoch ernsthaft in der Aussage. Alexandre Jollien, der selbst an Kinderlähmung leidet, philosophische Bücher schreibt und als Igor den gesamten Film mit seinen philosophischen Weisheiten dominiert, ist der vorwärtstreibende Part; Regisseur und Schauspieler Bernard Campan als der Unfallverursacher Louis reagiert hingegen zunächst abwartend. Gemeinsam haben Jollien und Campan, die privat seit Jahrzehnten befreundet sind, mit diesem Film ihren lange gehegten Plan verwirklicht: ein klassisches Roadmovie mit viel Humorpotential zu drehen, in dem neben der Geschichte einer Annährung und einer persönlichen Entwicklung ganz nebenbei und unprätentiös auch der Umgang der französischen Gesellschaft mit behinderten Menschen thematisiert wird. jw

 

Glück auf einer Skala von 1 bis 10 | Fotos

Glück auf einer Skala von 1 bis 10 | Besetzung

Glück auf einer Skala von 1 bis 10 (Poster)

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