Gleißendes Glück

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Habe ich die Liebe verdient? Regisseur Sven Taddicken („Emmas Glück“) verfilmt einen Roman der schottischen Autorin A.L. Kennedy und schickt die Protagonisten in Deutschland auf die Glückssuche: Helene Brindel ist in der Routine ihrer Vorstadtehe gefangen, in der sie auch den Glauben an Gott verloren hat. In einer ihrer schlaflosen Nächte hört sie im Radio den Ratgeberautoren Eduard E. Gluck über seine Glückstheorien sprechen und beschließt, den Gehirnforscher ohne das Wissen ihres jähzornigen Mannes auf einem Kongress in Hamburg zu besuchen. Zwar zollt Taddicken dem sarkastischen Ton der Romanvorlage Tribut, indem er weder verkitscht noch melodramatisiert. Doch kann er für die Handlung keine Bildsprache finden, die über das Niveau eines durchschnittlichen Fernsehfilms hinausweist. Allein seine grandiose Hauptdarstellerin Martina Gedeck rettet „Gleißendes Glück“ mit ihrer nuancenreichen Darstellung der eigenwilligen Helene. An ihrer Seite agiert aber ein sichtlich überforderter Ulrich Tukur, dem man den von einer Pornosucht geplagten Akademiker einfach nicht abkauft. cs

Gleißendes Glück (Poster)