Gianni und die Frauen

Einen treueren Ehemann als Gianni kann frau sich kaum wünschen: Geduldig sorgt der Frührentner für seine kapriziöse Mutter, führt Nachbarins Hund aus und bevatert gar den ungeliebten Freund seiner Tochter. Bis sein Kumpel Alfonso eines Tages beschließt, dass Gianni eine Geliebte braucht. Klar verläuft die Suche eher erfolglos, zumal alle Kandidatinnen zehn bis zwanzig Jahre zu jung sind für den ergrauten Herren. Dem geht aber auch kein Licht auf, wenn Mutters attraktives Hausmädchen strahlend erzählt, sie habe von ihm geträumt – davon, dass er ihr Großvater sei. Diese behäbige Schürzenjagd ist milde amüsant, aber das Erzähltempo eindeutig auf den Lebensrhythmus älterer Semester abgestimmt. Für eine Komödie kommen die Lacher in viel zu großen Abständen, und dazwischen passiert im Grunde nichts. Nicht mal italienisches Flair kommt auf, da Regisseur und Hauptdarsteller Gianni Di Gregorio keine einheitliche Bildsprache findet, sondern zwischen handkamerageführtem Pseudo-Dokustil und kitschigen Blumengärten hin und her schwankt. (dpp)